19. Juli 2026

30 jähriges Jubiläum der JVA Waldeck

08.07.2026. Anlässlich des 30 jährigen Bestehens der Justizvollzugsanstalt Waldeck hatte die Anstaltsleiterin, Frau Kirstin Böcker, eingeladen, dieses Jubiläum gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der JVA und Gästen zu feiern.

“Die JVA Waldeck ist eine Justizvollzugsanstalt mit einer ganz besonderen Geschichte. Sie wurde in einer Zeit errichtet, in der Mecklenburg-Vorpommern dringend ein neues Gefängnis brauchte, unter Beachtung des Rechtsstaatsprinzips und mit klarem Fokus auf die Resozialisierung. Mit Eröffnung im Jahr 1996 war die JVA Waldeck die modernste Anstalt des Landes. Ihr kamen später auch neue Aufgaben zu. In Waldeck wurde eine sozialtherapeutische Abteilung eingerichtet. Ein moderner Werkstattbereich wurde integriert, in dem eine Tischlerei, aber auch ein Produktionsbetrieb mit Gefangenen arbeiten konnte. Der offene Vollzug wurde nach modernsten Standards eingerichtet und setzte für den gesamten Justizvollzug in Mecklenburg-Vorpommern Maßstäbe. Das alles wäre aber nichts wert, wenn es nicht die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der JVA Waldeck geben würde. Sie engagieren sich tagtäglich mit Teamgeist, Kommunikationsstärke und hohem Verantwortungsbewusstsein für die Arbeit mit den Gefangenen auf ihrem Weg zurück in ein Leben ohne neue Straftaten”, erklärt Justizministerin Bernhardt zur Feierstunde in der JVA Waldeck.

Neben weiteren Grußworten durch Ministerialdirigent a. D. Jörg Jesse, welcher einen kurzen Abriss zur Geschichte der JVA Waldeck hielt und Jürgen Sprank, seines Zeichens Bürgermeister der Gemeinde Dummerstorf, konnte der BSBD Bundesvorsitzende René Müller auch einige mahnende Worte an die Politik des Landes richten.
“Die Öffentlichkeit nimmt häufig nur die Mauern, die Zäune und die Sicherheitsmaßnahmen wahr. Was sie oft nicht sieht, sind die Menschen hinter den Mauern, hinter den Uniformen, Menschen die Verantwortung tragen, Konflikte lösen, Leben schützen und gleichzeitig den gesetzlichen Auftrag erfüllen, Gefangene auf ein straffreies Leben vorzubereiten.
Und genau diese Menschen sind unsere größte Ressource: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne sie funktioniert kein Justizvollzug. Doch gerade von ihnen haben wir viel zu wenige - auch hier in Mecklenburg-Vorpommern.
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Deshalb müssen wir alles daran setzen, das vorhandene Personal zu halten und neue Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen. Dazu gehört auch, die Beschäftigten entsprechend zu motivieren und dafür zu sorgen, dass Dienste zu ungünstigen Zeiten angemessen und fair bezahlt werden und bessere berufliche Perspektiven mit einer entsprechend höheren Besoldung aufzuzeigen.
Tut mir leid das anmerken zu müssen, hier hat M-V deutlich Nachholbedarf.
Während andere Bundesländer ihre Anstaltsleitungen in der B-Besoldung verankern, den AVD mit dem Eingangsamt A8 beginnen lässt und die Laufbahn nach A12 geöffnet hat, können hier ein großer Teil der Kolleginnen und Kollegen froh sein, das Amt A8 vor der Pension zu erreichen.
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Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Justizvollzug auch in Zukunft stark, professionell und leistungsfähig bleibt. Nicht nur im Interesse der Beschäftigten, sondern im Interesse unseres gesamten Rechtsstaates.
Ich danke Ihnen für Ihren täglichen Einsatz, für Ihre Loyalität und für Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Passen Sie auf sich und aufeinander auf.”


Matthias Nicolai