27. Juli 2025

Gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung sind nicht nur wünschenswert, sondern notwendig.

Am 23.07.2025 fand ein ausführliches und konstruktives Gespräch zwischen Vertretern des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands (BSBD) und Frau Constanze Oehlrich, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen MV, im „Grünen Büro“ in Schwerin statt. Ziel des Treffens war es, das vergangene Jahr gemeinsam Revue passieren zu lassen und dabei erneut die aktuellen Herausforderungen sowie gewerkschaftlichen Anliegen im Justizvollzug und im Justizwachtmeisterdienst zu beleuchten und die angespannte Personalsituation darzulegen.

Im Fokus des Austauschs stand die Notwendigkeit, die Attraktivität der Berufsbilder nachhaltig zu steigern. Angesichts sich wandelnder Anforderungen am Arbeitsmarkt und zunehmender Konkurrenz um Fachkräfte ist es entscheidend, berufliche Perspektiven aufzuwerten und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vermeidung von Personalabwanderung. 
Um qualifiziertes Personal langfristig zu halten, bedarf es gezielter Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Zudem wurde die Nachwuchsgewinnung intensiv diskutiert. Der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern stellt eine zunehmende Herausforderung dar. Es wurden Ansätze erörtert, wie junge Menschen für die betreffenden Berufe gewonnen und Ausbildungsangebote attraktiver gestaltet werden können.

Im Detail wurden folgende Themen erörtert: 

Frau Oehlrich zeigte sich während des gesamten Gesprächs äußerst interessiert und stellte zahlreiche fundierte Nachfragen zu den angesprochenen Themen. Besonders die Aspekte Resozialisierung, Sicherheit, Arbeitsbelastung, Gleichstellung stießen auf besondere Aufmerksamkeit. Auch die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Personalausstattung wurde von ihr ausdrücklich zur Kenntnis genommen.

Der BSBD bewertete das Gespräch als offen, zielgerichtet und von gegenseitigem Respekt geprägt. Beide Seiten bekräftigten den Wunsch, den Dialog kontinuierlich fortzuführen, um gemeinsam an konkreten Verbesserungen im Justizvollzug und Gerichtswachtmeisterdienst zu arbeiten.

Ronny Oberländer